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Norden.Süden.Cyberspace. Text und Technik gegen die Ungleichheit

Norden.Süden.Cyberspace. Text und Technik gegen die Ungleichheit
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Art.-Nr. / ISBN:
9783853712696
Autor_in / Autor_innen:
Hacker, Hanna
Weitere Informationen:
208 Seiten - Taschenbuch / broschiert - Deutsch
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Promedia Verlag
17,90 EUR
inkl. 10 % MwSt. zzgl. Versandkosten




    • Details

    Beschreibung

    "Die Kamera teilt die frontale Perspektive des zentralafrikanischen Trainers. Er steht vor einer Schulklasse. Die Schwarzen Jugendlichen sitzen in ihren Tischreihen vor Bildschirmen und Tastaturen, Secondhand-PCs, Spenden aus dem 'Norden'. Am Anfang ist die Maus: Für den angemessen sachten Zugriff bedarf es einer Lockerungsübung. Alle SchülerInnen heben auf Geheiß des Trainers den rechten Arm in Gesichtshöhe und schütteln ihr Handgelenk aus. Die Betrachterin lacht. Die Jugendlichen auch. Die Sequenz erscheint als ein Zitat und zugleich als eine Parodie des 'kulturellen Erstkontakts' als gewichtigem Topos in der Geschichte der Begegnungen zwischen imperialen 'EntdeckerInnen' und indigenen 'Entdeckten'. Dieses Szene suggeriert, die Anwesenden hätten nie zuvor eine Maus angegriffen, und ohne passende Anleitung würden die SchülerInnen zu grob, zu wild zupacken und die feine weiße Technik auf der Stelle kaputtmachen. Eine bittere Fortschreibung rassistischer Eurozentrismen? Aber der Anblick der wedelnden Hände verselbständigt sich; er belustigt, und dieser Effekt kommt nicht unbeabsichtigt."

    "Norden. Süden. Cyberspace." untersucht in feministischer und postkolonialer Perspektive den Überschneidungsbereich von Technowissenschaften, Cyberphilosophien und internationaler Entwicklung. Hanna Hacker analysiert Text- und Bildproduktionen aus dem Bereich der Medien-, Entwicklungs- und Minderheitenpolitik zwischen 1995 und 2005, in den Zeiten des Hypes virtueller Realitäten, des Dotcomcrash und der Formierung der globalen Informationsgesellschaft. Der Schwerpunkt liegt auf der Problematisierung jener rhetorischen Strategien, die - Stichwort: "Digitale Kluft" - Verhältnisse zwischen sozialer Minorisierung und Neuen Medien (ICTs) herstellen, definieren und beeinflussen.

    Dabei bleibt das Wo immer trickreich. Schreiben und Handeln, sagt die Autorin, müsse stets innerhalb des Widerspruchs geschehen, die politisch gesetzten Himmelsrichtungen "Norden", "Süden", "Westen" zugleich als inexistent und als zentral relevant zu argumentieren. In Mitnahme dieses Paradoxons legt sie selbst einen Schwerpunkt auf Politik/Technologie-Konstellationen im subsaharischen Afrika (Senegal, Kamerun, Uganda, Südafrika) und auf Initiativen mitteleuropäischer AkteurInnen. Befragt hat sie NGO-VertreterInnen, MedienkünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, NetzaktivistInnen und EntwicklungspolitikerInnen.

    Die Autorin: Hanna Hacker, Jahrgang 1956, habilitierte Soziologin; Studium an der Universität Wien und an der FU Berlin. Lehre an österreichischen Universitäten, an der Central European University (Budapest) und an der Université Yaoundé I (Kamerun); Berufserfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit in Zentralafrika. Im Promedia Verlag ist von Hanna Hacker (mit Brigitte Geiger) erschienen: Donauwalzer Damenwahl. Frauenbewegte Zusammenhänge in Österreich (1989).